MUSIKPÄDAGOGIK

Meine Tätigkeiten in den Bereichen Musikpädagogik/Gesangspädagogik und Ensembleleitung:

2010-2016:

Außerschulische Inklusion:

Dortmunder Modell:

Im Dortmunder Modellversuch des Fachbereiches “Musikerziehung in Rehabilitation und Pädagogik” der TU Dortmund war ich als Instrumentallehrer für folgende Fächer und Fachrichtungen tätig:

1. Gitarre (E- und Akustikgitarre in Gruppenensembles oder im Einzelunterricht)

2. Keyboard und Klavier

3. Rhythmusschulung und Percussionkurse in Gruppen

4. Leitung von Bands in den Bereichen Musical/Pop/Rock

Das besondere am Dortmunder Modell im Bereich Musik ist die Zielsetzung. Als Sonderpädagoge war ich dort für die Vermittlung von musikalischen Inhalten und Kenntnissen in den Instrumentalfächern tätig, deren Angebot und Didaktik sich an einer politischen Zielsetzung, nämlich der Inklusion und damit der sozialen Teilhabe von Menschen mit Behinderung orientiert. Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung bekommen von uns sowohl in der Breitenförderung, als auch im Einzelunterricht die Möglichkeit der kulturellen Teilhabe an der Gesamtgesellschaft, indem wir als Instrumentallehrer das Musizieren von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft als etwas Selbstverständliches fördern und das Musizieren mit Menschen ohne Behinderung, auch in professionellen Kontexten, unterstützen. In diesen Kontexten bin ich als Leiter und Arrangeur tätig und habe mich vor allem auf den Musical/Rock/Pop-Bereich spezialisiert. Es ist mir ein Anliegen, dass Arrangements für Menschen mit Behinderung besonders dazu beitragen, welche Sicht wir auf diese Menschen haben. Mit einem guten Arrangement und einer Fokussierung auf die elementaren Parameter von Musik, kann jeder nach seinen individuellen Fähigkeiten Teil einer Band oder eines Ensembles sein. “Weniger ist dabei eben manchmal mehr.”

Wichtig ist dem Projekt, dass wir in speziellen Konzerten, Events und Workshops die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen fördern und Musizieren im Leben dieser Menschen an Stellenwert gewinnt. Außerdem erweitert das gemeinsame Musizieren mit professionellen Musikern das Selbstbild aller Akteure. “Musizieren als Lebensinhalt” kann dabei ebenfalls in den Bereichen Selbstwahrnehmung und sozialer Kommunikation zum persönlichen Fortschritt der Menschen beitragen. Besonders gefördert werden erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung.

Musikschule Dortmund/ Weiterführung des Projektgedanken zum Thema “Inklusion”

Nicht selbstverständlich ist die Teilnahme von Menschen mit Behinderung an öffentlichen, kulturellen Veranstaltungen und Gruppen.

Die Musikschule Bochum setzt ein positives Zeichen, wenn es um die Inklusion von Menschen mit Behinderung geht, da es an dieser Schule schon lange zum Standard geworden ist, diese Schüler genauso anzumelden und fokussiert zu unterrichten, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne Behinderung.

Von Juni 2012 bis Oktober 2016 durfte ich solche Unterrichtsangebote als freier Musikschullehrer mit diesem Spezialfokus aufgrund meiner Studienschwerpunkte an der Musikschule Dortmund unterrichten. Im Wesentlichen geht es hier um die oben genannte Weiterführung des Dortmunder Modells. Bisher zählen wir 33 Musikerinnen und Musiker aus dem oben beschriebenen Modellversuch zu den Schülern des Fachbereichs “Inklusion” der Musikschule Dortmund. Dabei haben wir einige signifikante Schritte in Richtung “Inklusion” unternommen. Davon seien hier nur einige wenige genannt:

- Menschen mit Behinderung (auch Menschen im Erwachsenenalter) entschlossen sich dazu, einen Teil ihres Einkommens aus der Tätigkeit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) in die musikalische Weiterbildung zu investieren. Der eigene Entschluss stellt die neue Form der Selbstbestimmung dar

- Bereits 3 meiner eigenen Schülerinnen und Schüler mit Behinderung haben den Ablauf in professionellen Musik-Situationen kennengelernt und bildeten gemeinsam mit mir und Organisatoren des Schiller 37 in Dortmund die Band meines Konzertformats “Just Musical”

- Die Schülerinnen und Schüler bestimmen mit großem Eifer (nicht nur als Rezipient von Unterrichtsangeboten) die im Unterricht erarbeiteten Arrangements mit. Wir nutzen die bis dato nicht ausreichend beachteten Kompetenzen von Menschen mit Behinderung in den aktiven, künstlerischen Bereichen zur Neugestaltung von Bands, Ensembles und Orchestern und die Arbeit bekommt dadurch “insgesamt neue, künstlerische Impulse” (vgl. Merkt, 2012)

- Die meisten Ensembles wurden seit dem Dortmunder Modellversuch in den Werkstätten (WfbM) weitergeführt und bilden gemeinsam mit den musikalischen Leitern Musikgruppen, die in der öffentlichen Wahrnehmung als “inklusive” Bands buchbar sind.

Seit 2015 konzentriere ich mich hauptsächlich auf die schulische Arbeit und erlange durch die Nebentätigkeit als Musiker eigene neue Impulse für meine Arbeit mit Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung